al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Montag, 31. Januar 2011

"Auf Repression ist keine Zukunft zu bauen"

Israels Premier Benjamin Netanjahu hat sich gern und oft über die Demokratiedefizite in der arabischen Welt ausgelassen. Er hat sie sogar zu den größten Hindernissen gezählt, um Frieden zu schließen. Doch jetzt, da das Volk in Ägypten nach Freiheit, Würde und Gerechtigkeit verlangt, ist Israel geradezu erschrocken.
Bei der Frankfurter Rundschau gehts weiter.

Kommentare:

  1. Der Autor bringt Israels Problem gut auf den Punkt, doch seine weiteren Ausführungen birgen Fallen der konventionellen Denkungsart:
    "Und das, nachdem der nationalrechte Kurs der Netanjahu-Regierung international viel an Sympathien für Israel verspielt hat."
    Hier zeigt sich die alte Unterteilung: Likud böse, Labor gut - die Rechte mag ihre Rhetorik an ihre Politik angepasst haben, aber Shimon Peres gilt als Vater des israelischen Siedlungsprojekts...

    "ebenso wenig, ob er dem Westen am Ende gefällt."
    Was meint der Autor damit? Was, wenn der Westen eben nicht gut findet, was sich da an Sehnsucht nach Demokratie Bahn bricht? Bomben?

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  2. Berechtigte Einwände.
    Man baut ja gerne das Bild vom rechten, bremsenden Likud auf damit man nachher auch auf der israelischen Seite jemandem die Mitschuld am Scheitern zuweisen kann.
    Zugleich lässt sich dann aber auch behaupten, dass die Situation unter den "Linken" ganz anders ausgesehen hätte. Und so war dann wieder alles nur schlechtes Timing, wenn der Friedensprozess wieder gescheitert ist.

    Das Problem ist doch eher, dass man in der israelischen Führung durchaus wusste, dass die palästinensische Seite keine Forderungen mehr stellen konnte. Mit was wollten sie den drohen? Die meisten arabischen Regierungen haben sich recht eindeutig positioniert und sähen lieber heute als morgen einen Frieden und "Ruhe im Karton".
    Israel musste also keine Racheaktion der arabischen Staaten befürchten und konnte den Frieden herauszögern, weil es selbst in Sicherheit war. Keine ägyptische Armee, die gegbenenfalls hätte Druck ausüben können. Selbst die Hamas hielt sich zurück aus Angst vor einer Eskalation.

    Vielleicht spielt aber auch eine gewisse Gewöhnung an den für Israel recht friedlichen status quo eine Rolle.
    Vielleicht will man deshalb keine Experimente eingehen und die Situation durch das entstehen eines palästinensischen Staates womöglich radikal verändern.
    Das mag nicht weitsichtig sein aber dafür bequem.

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  3. Sehr scharfsinnige Sichtweise von Al-Samidoun

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