al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Montag, 21. März 2011

Wenig Empathie...

Unter der Überschrift "In Sossenheim wohnt der Terror" - (Erst- oder Zweitwohnsitz?), beklagt sich (usual suspect) Alex Feuerherdt darüber, dass in Deutschland nicht angemessen um die toten amerikanischen Soldaten getrauert wurde, die am 2. März bei einem Anschlag am Frankfurter Flughafen von einem islamistischen Fanatiker getötet wurden:
Bemerkenswert ist aber auch, wie gering hierzulande die Empathie mit den Opfern des Attentats ausfiel. Mehr als die obligatorischen, höchst pflichtschuldig wirkenden Verurteilungen und Beileidsbekundungen von offizieller Seite waren kaum zu vernehmen.
Bemerkenswert.
Ich bin zwar nicht von offizieller Seite, war aber durchaus betroffen von der Tat und das ging sicherlich vielen so. Vielleicht mögen aber die Trauerkapazitäten des einen oder anderen noch erschöpft gewesen sein, da nur einen Tag vorher andere Soldaten bei einem NATO-Angriff neun afghanische Kinder getötet haben.
Helikopterschützen hatten die Feuerholz suchenden Kinder für Aufständische gehalten und ihnen daraufhin ordentlich Feuer gegeben.
Mit engagiert viel Empathie hat sich die NATO aber für den "Irrtum" entschuldigt. Ein bedauerlicher Irrtum, der allerdings nicht der einzige war in den letzten Wochen, Monaten und Jahren.

Einige Tage nach der Tat in Frankfurt war ich kurzfristig dort am Flughafen. Auf dem Boden lagen Kränze und die obligatorischen "Warum?" Spruchbänder. Ob Feuerherdt oder irgendjemand sonst Kränze und Trauerkärtchen an den Todesort der neun Kinder in den afghanischen Bergen gelegt hat, darf selbstverständlich bezweifelt werden. Stuff happens, aber bitte nicht vorschreiben, wer, wann, wo zu trauern hat.

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