al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Sonntag, 13. März 2011

Jungle World liebäugelt mit dem 14. März

T.v.d.O-S. ist ganz erstaunt, dass sich das neue Programm des Bündnisses 14. März deutlich gegen die Hizbullah richtet. Für weitere Informationen zitiert v.d.O-S ausgiebig den Daily Star, der sich im Besitz des Hariri-Imperiums befindet.
The March 14 coalition launched Thursday its political program which called for putting an end to non-state weapons and the supremacy of Hezbollah’s arms over national and political life in Lebanon.
Natürlich schwingen da Sympathien gegenüber der angeblich so "pro-westlichen" Koalition 14. März mit. Schließlich ist diese Allianz über wenige Umwege mit den USA und Israel verbündet. Doch so falsch es ist sich mit Gruppen wie Hizbullah und Amal zu solidarisieren, so falsch ist es auch, auf die Koalition 14. März zu setzen, nur weil deren Anhänger Schiiten noch mehr hassen als Juden* gegen die Nasrallah-Truppe sind.

Und das Bündnis 14. März hat durchaus illustre Unterstützer. Dazu ein kleiner Ausschnitt aus dem grandiosen "Aftermath" von Nir Rosen:
Salafis typically rejected the very notion of elections, viewing democracy as an alternative to religion and hence apostasy. But in Lebanon, especially beginning in 2005, Salafis campaigned and voted despite the fact that the system required a Christian president. Their motivation was to protect Sunnis, and clerics advised their followers to vote for the March 14 coalition. Traditional Salafis perceived the Hariri assassination as an attack on Sunni power. They reveived money from Saudis as well as the Hariri network and justified their interpretation of Islam in terms of defending Sunnis against an alleged Shiite threat.
Passend dazu noch ein aktuelles Bild einer Demonstration von Anhängern der Bewegung 14. März.

Das sind die "pro-westlichen" Demokratiefreunde des 14. März, die ihre Finanzmittel aus Saudi-Arabien erhalten und bis zu deren Flucht mit Mubarak und Ben Ali verbündet waren.
Wir dürfen gespannt sein, wann sich die Jungle World offiziell mit den Salafisten, Jihadisten und sonstigen Bin-Laden-Anhängern der Bewegung 14. März solidarisiert. Es geht ja schließlich gegen die Feinde Israels.



* Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen in einem Restaurant mit einem libanesischen Hariri-Unterstützer ins Gespräch zu kommen. Er erklärte mir breit wie sehr er Hitler verehre, dass aber Schiiten noch viel schlimmer als die Juden seien. Seinem Sohn hatte er den Namen Saddam Hussayn gegeben.

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