al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Montag, 6. Juni 2011

Über den Israelwahnsinnigen Jörg Lau

Um nochmal zu erklären warum ich den Blogger und Schreiber der Zeit, Jörg Lau, so verachte:

Ich fasse zusammen:
Palästinenser demonstrieren an der Grenze zu den israelisch besetzten Golanhöhen. Sie marschieren auf die Grenze zu, die IDF feuert Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition. Eine unbekannte Anzahl an Demonstranten stirbt, viele werden verletzt.

Jörg Lau macht aus dieser Aktion einen Terrorakt. Geplant von der syrischen Regierung, durchgeführt von verblendeten arabischen "Märtyrern". Eine Schuld trifft die israelische Seite nicht. Sie reagiert besonnen und versucht mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Opfer zu vermeiden.
Das weiß Lau, weil er sich auf IDF-Berichte stützt. Propaganda ist dem Israeli fremd, er ist glaubwürdig. Der Araber ist listig und verschlagen. Der Araber lässt sich absichtlich töten, nur um den Israeli schlecht darstellen zu können. So wie der Selbstmord eines Guantanamoinsassen zu einem Anschlag auf die USA umgedeutet wurde.
Die Palästinenser, die bei den Naksa-Märsche gestorben sind, sie sind Assads Kanonenfutter. Niemals wäre es möglich, ohne das gnädige Auge des Diktators in Hundertschaften an der Grenze aufzutauchen.
[...]
Wer auf eine Grenze zu marschiert und sich weigert, nach mehrfacher Aufforderung stehen zu bleiben, der riskiert halt sein Leben. Das ist keine neue Erkenntnis und keine Besonderheit dieser Grenze.
Wer also auf Grenzen zu marschiert ist selbst schuld, wenn er dabei erschossen wird. Ganz abgesehen davon, dass Lau damit den arabischen Bewohnern einen Freibrief dafür ausstellt jeden Israeli auf dem besetzten Gebiet zu töten. Aber halt: Für Araber gilt das nicht. Töten darf nur die israelische Seite.

Schließlich bewegen sich in dem einen Fall unbewaffnete Zivilisten auf ein widerrechtlich besetztes, syrisches Gebiet zu und im anderen Fall besetzen schwer bewaffnete israelische Soldaten widerrechtlich syrisches Territorium. Würde man neutral und nicht rassistisch argumentieren, dann hätten die Bewohner des besetzten Gebietes hundert mal mehr Recht die Soldaten anzugreifen, als die Soldaten Recht hätten, die unbewaffneten Demonstranten zu attackieren.
Aber Logik zählt bei Rassenhassern nicht. Ein Israeli hat auf syrischem Boden mehr Rechte, als der Syrer selbst. Lau lebt im Kolonialzeitalter. Das hat er auch schon damals bewiesen, als er noch kurz vor den Revolten in den arabischen Ländern dafür eintrat, die Diktatoren zu stützen, damit die arabischen Bevölkerungen daran gehindert werden, ihre Interessen durchzusetzen.
Danach hat er sich schnell etwas anders positioniert. Als langsam auch im Westen bekannt wurde, was für Unmenschen Mubarak und Co waren, da wollte Lau dann doch lieber nicht als deren Anhänger betrachtet werden. (Obwohl er das zweifelsohne ist.)

Nochmal Lau:
Aber: Wer auf eine Grenze zu marschiert und sich weigert, nach mehrfacher Aufforderung stehenzubleiben, der riskiert halt sein Leben. Das ist keine neue Erkenntnis und keine Besonderheit dieser Grenze.
Also Italiener! Kommt der Neger an die Grenze, knall ihn ab! Also Texaner! Kommt der Chicano an deine Grenze, knall ihn ab!
Araber! Dem Israeli, der über deine Grenze kommt, dem darfst du jedoch nichts tun. Seine Grenzverletzungen hast du einfach hinzunehmen.
Das haben Israelwahnsinnige wie Lau den libanesischen, syrischen und palästinensischen Untermenschen seit Jahrzehnten eingehämmert.

Und sie nennen die Menschen Terroristen die fordern, dass sich die Bevölkerungen der besetzten Gebiete militärisch gegen die Besatzung wehren sollen. Die gleichen Leute, die die Erschießung unbewaffneter Demonstranten auf widerrechtlich besetztem Gebiet begrüßen.

Kommentare:

  1. Wow, harte Worte, das....Habe jüngst ebenfalls meine Probleme mit Laus Ansatz artikuliert: http://mondoprinte.wordpress.com/2011/09/10/kristallnacht-in-kairo/

    AntwortenLöschen
  2. Hallo, nur zur Einordnung: Meine Einschätzung, dass es sich hier um eine syrische Aktion handelt, geht auf eine palästinensische Quelle zurück. Zitat: "Jeder weiß, dass keine Maus zu dieser Grenze kommt, wenn Assad es nicht zuläßt."
    Die authentische Empörung der Menschen stelle ich dadurch nicht in Abrede.
    Ich behaupte folgendes: Assad wollte geradezu Tote an dieser Grenze, und das ist unverantwortlich.
    Er hat den Israelis jahrzehntelang den Rücken frei gehalten. Meine palästinensische Quelle: "Die syrische Grenze war die schönste Grenze für Israel. Immer ruhig. Und dann das."
    Ich kritisiere eine Politik, die Menschen verheizt. Nicht die friedlichen Demonstranten. Dass es dumm ist, an der Grenze einfach weiterzulaufen, dabei bleibe ich.

    AntwortenLöschen