al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Montag, 16. August 2010

Talal Asad on Suicide Bombing

Vor einigen Tagen habe ich mir von Talal Asad das schlanke Werk "On Suicide Bombing" gekauft.
Ich bin noch nicht ganz durch aber schon jetzt erfüllt es alle Erwartungen.

In seiner Studie betrachtet Asad weniger das suicide bombing selbst, als seine Wirkung auf die Gesellschaft. Ihn interessiert viel mehr wie unterschiedlich wir terroristische Gewalttaten auf der einen Seite und staatliche Gewalttaten auf der anderen Seite wahrnehmen und wie wir sie jeweils moralisch bewerten.
"Is there a crucial difference between someone who kills in order to die and someone who dies in order to kill?"

Vor allem der Punkt, an dem er den Selbstmordbegriff aufrollt, von Durkheim über Halbwachs bis zu Strenski und die Frage aufwirft, ob "Selbstmord" überhaupt die richtige Bezeichnung für das Phänomen sei, ist äußerst spannend.

Parallel lese ich Judith Butlers "Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid betrauern". Die Werke ergänzen sich gegenseitig sehr gut und Butler zitiert auch aus Asads Studie.

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