al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Donnerstag, 12. August 2010

Iran: Sanktionen stärken das Regime

Der Guardian führte ein Interview mit dem führenden Reformpolitiker des Iran Mehdi Karroubi.

Dem kann man zwar schwer eine große Sympathie zu Ahmadinejad und Co nachsagen, doch wendet er sich dennoch gegen die Sanktionen gegen das Land.

Statt der Führung zu schaden, würden die Sanktionen das Regime sogar stärken. Dieses mache nämlich die Protestbewegung für die Sanktionen verantwortlich, welche außerdem in erster Linie die untersten Klassen der iranischen Bevölkerung treffen.
Ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenquote und der Inflationsrate ist bereits zu verzeichnen.

Karroubi ist auch der Meinung, dass eine weitere Isolierung des Regimes nur dazu führe, dass es sich noch wenig darum schere, wie seine politischen Handlungen im Ausland aufgenommen werden.
Ist der Ruf erst runiniert....

Kurzum: Sanktionen gab es zum Beispiel auch gegen Nordkorea, Kuba und den Irak. In keinem der Länder ist dadurch jedoch eine Demokratie entstanden. Nein, die Sanktionen hatten teilweise katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung.


Ein weiterer interessanter Punkt dürfte auch folgende Aussagen Karroubis sein.

Karroubi said he still believed in the Islamic republic, but not the current ruling system. "I should make it clear that we are a reformist movement, not a revolutionary one … We are seeking nothing more than a free election."


Das sollte denen zu denken geben, die in die Grüne Protestbewegung partout eine säkulare oder sogar antiislamische Revolution hineininterpretieren.

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