al-Samidoun

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Sonntag, 21. November 2010

Marokko: Tod des Oppositionellen Abraham Sarfati


Rabat: Insiderquellen in Rabat gaben am Donnerstag den Tod von Abraham Sarfati bekannt, einem erklärten Gegner des Systems des verstorbenen Königs von Marokko Hassan dem Zweiten.

Der Quelle zufolge starb der linke Aktivist Sarfati krankheitsbedingt am Donnerstag in einem Marakescher Krankenhaus im Alter von knapp 84 Jahren. Er litt unter Lungenproblemen und Gedächtsnisstörung.
Seine Frau Kristin Dor erklärte, dass er am Samstag auf dem jüdischen Friedhof in Casablanca neben seinen Eltern beerdigt werde.
Abraham Sarfati stammte aus einer jüdischen Familie, die nach dem Fall von Granada im Jahre 1492 aus Spanien vertrieben wurde.

Sarfati war zuerst ein Mitglied der Kommunistischen Partei Marokkos und später der marxistisch-leninistischen Partei „Ila al-Amam“ („Vorwärts“). Er verbrachte nahezu 17 Jahre in marokkanischen Gefängnissen in der Zeit von 1974 bis 1991.

Das erste Mal verhaftet wurde Sarfati im Jahre 1972, wonach er laut eigenen Angaben massiv gefoltert wurde. Nachdem er Monate lang aus dem Untergrund heraus aktiv war, wurde er 1977 schließlich zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Verschwörung gegen die Staatssicherheit verurteilt.

Sarfati war ein ausgesprochener Unterstützer der palästinensischen Sache und verneinte die Legitimität des zionistischen Systems.
Er war außerdem ein Unterstützer der Volksfront für die Befreiung von Saguia el Hamra und Río de Oro (Gebiete in der Westsahara).

1991 verließ er Marokko und zog für 8 Jahre nach Paris ins Exil. Der Thronfolger König Muhammad der Sechste gestattete ihm 1999 schließlich die Rückkehr nach Marokko.


Quelle:
Al-Safir

Links:
Nachruf der DFLP

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