al-Samidoun

Kommentare und Berichte zu Politik, Religion und Kultur mit Fokus auf den Nahen Osten.

Montag, 23. November 2009

UNIFIL und angebliche Waffenlieferungen über den Seeweg

Mir kam die ganze Story von Anfang an merkwürdig vor.
Auf dem Höhepunkt der Diskussionen um den Goldstonebericht "findet" die israelische Marine ein mit hochgefährlichen Waffen vollgestopftes Boot, dessen Inhalt nach israelischen Angaben für die Hizbullah bestimmt war.
Der Triumph wurde auf allen Kanälen ausgestrahlt mit reichlich schockierenden Fotos von Raketen und verdrängte die Kritik an dem israelischen Militärschlag gegen den Gazastreifen.

Weit weg davon, in Deutschland, hat die Regierung nun eine Verlängerung der UNIFIL-Mission der deutschen Marine beschlossen.
Die deutsche Marine soll weiterhin vor der Küste des Libanons patrouillieren und Waffenlieferungen für die Hizbullah abfangen.
So weit so unspektakulär.
Spannender wird es auch nicht, wenn man sich die offiziellen Zahlen anschaut. Bisher wurde weder von deutschen, noch von Schiffen anderer Nationen auch nur eine Rakete, ein Gewehr, nein nicht einmal eine einzige Patrone gefunden. Und das seit 2006.

Die Waffenlieferungen für die Hizbullah werden über den Landweg von Syrien aus in den Libanon transportiert. Das war schon immer so und auch zu dem Zeitpunkt längst bekannt, als die UNIFIL-Mission beschlossen wurde.

Einzig und allein die israelische Marine hatte das seltene Glück, rechtzeitig zum Höhepunkt der Diskussion um vermutete Kriegsverbrechen, eine ganze Lieferung gefährlicher Raketen sicherzustellen.

Ich kauf ihnen die Geschichte jedenfalls nicht ab.

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