Der Blog liegt nun schon einige Zeit brach und daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.
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Donnerstag, 28. August 2014
Donnerstag, 13. Juni 2013
Einflussreiche Geistliche rufen zum Dschihad in Syrien auf
Nachdem der Generalsekretär der libanesischen Hizbullah im Mai offiziell die Teilnahme seiner Miliz an den Kampfhandlungen in Syrien erklärt hatte war es nur eine Frage der Zeit, wann die islamistische Gegenseite ihrerseits den nächsten Schritt zur weiteren Eskalation gehen würde.
Im Rahmen einer Konferenz haben nun mehrere äußerst einflussreiche sunnitische Geistliche offiziell die sunnitischen Muslime zum Jihad in Syrien, sei es mit ihrer "Seele, ihrem Vermögen oder mit der Waffe" aufgerufen. Die Bedeutung dieses Aufrufs kann kaum überbewertet werden. Bei einem der Geistlichen handelt es sich nämlich um den bekannten Yusuf al-Qaradawi, dessen Fernsehsendung "Scharia und Leben" auf Al-Jazeera angeblich bis zu 60 Mio. Menschen erreicht.
Neben al-Qaradawi hat sich auch der saudische Geistliche Mohammed Arefe dem Aufruf angeschlossen, der auf seinem Twitter-Kanal stolze 5,2 Mio. Follower vorweisen kann.
Zwar ist in dem Statement in Bezug auf den Jihad (noch) nicht von einer "fard 'ayn" die Rede, was den Jihad tatsächlich (jedenfalls nach Ansicht dieser einflussreichen Geistlichen) zu einer zwingenden Pflicht für jeden Muslim gemacht hätte, benutzt wird aber die kaum weniger starke Formulierung "wujoub al-jihad", was in etwa "Notwendigkeit zum Jihad" bedeutet. Auch werden in dem Aufruf nicht die Schiiten direkt erwähnt, die Rede ist vielmehr von "rawafidh", ein wohlbekannter abwertender Ausdruck für Schiiten.
Noch mögen arabische Staaten es begrüßen, wenn Dschihadi-Salafisten zum Kampf nach Syrien gehen, um dort gegen das Assad-Regime zu kämpfen. Doch auch dieser Krieg wird irgendwann vorbei sein und dann kehren diese kampferprobten, radikalisierten Mudschahidin in ihre Heimatländer zurück, wo sie wieder zum Problem für die dortige Ordnung werden.
Es ist das gleiche Problem wie zur Zeit des Afghanistankrieges 1979 - 1989. Die Regierungen vieler arabischer Länder waren froh darüber und unterstützten es, dass die Fundamentalisten das Land verließen, um gegen den "kommunistischen Feind" in Afghanistan zu kämpfen. So wurden sie selbst einen radikalen Teil der Bevölkerung los und konnten gleichzeitig ihren außenpolitischen Einfluss erweitern.
Waren jedoch die Sowjets wieder abgezogen, kehrten auch die "afghanischen Araber" in ihre jeweiligen Heimatländer zurück und begannen den bewaffneten Kampf gegen den Staat.
Wir werden heute Zeuge wie Schiiten als auch Sunniten aus verschiedenen muslimischen Ländern zum Dschihad nach Syrien gehen und wie sich dieser Konflikt zu einem Flächenbrand entwickelt. Auf der Strecke bleibt die syrische Bevölkerung, die kaum ein Interesse daran hat, dass das Land zum Schauplatz eines blutigen Krieges der Konfessionen wird.
Im Rahmen einer Konferenz haben nun mehrere äußerst einflussreiche sunnitische Geistliche offiziell die sunnitischen Muslime zum Jihad in Syrien, sei es mit ihrer "Seele, ihrem Vermögen oder mit der Waffe" aufgerufen. Die Bedeutung dieses Aufrufs kann kaum überbewertet werden. Bei einem der Geistlichen handelt es sich nämlich um den bekannten Yusuf al-Qaradawi, dessen Fernsehsendung "Scharia und Leben" auf Al-Jazeera angeblich bis zu 60 Mio. Menschen erreicht.
Neben al-Qaradawi hat sich auch der saudische Geistliche Mohammed Arefe dem Aufruf angeschlossen, der auf seinem Twitter-Kanal stolze 5,2 Mio. Follower vorweisen kann.
Zwar ist in dem Statement in Bezug auf den Jihad (noch) nicht von einer "fard 'ayn" die Rede, was den Jihad tatsächlich (jedenfalls nach Ansicht dieser einflussreichen Geistlichen) zu einer zwingenden Pflicht für jeden Muslim gemacht hätte, benutzt wird aber die kaum weniger starke Formulierung "wujoub al-jihad", was in etwa "Notwendigkeit zum Jihad" bedeutet. Auch werden in dem Aufruf nicht die Schiiten direkt erwähnt, die Rede ist vielmehr von "rawafidh", ein wohlbekannter abwertender Ausdruck für Schiiten.
Noch mögen arabische Staaten es begrüßen, wenn Dschihadi-Salafisten zum Kampf nach Syrien gehen, um dort gegen das Assad-Regime zu kämpfen. Doch auch dieser Krieg wird irgendwann vorbei sein und dann kehren diese kampferprobten, radikalisierten Mudschahidin in ihre Heimatländer zurück, wo sie wieder zum Problem für die dortige Ordnung werden.
Es ist das gleiche Problem wie zur Zeit des Afghanistankrieges 1979 - 1989. Die Regierungen vieler arabischer Länder waren froh darüber und unterstützten es, dass die Fundamentalisten das Land verließen, um gegen den "kommunistischen Feind" in Afghanistan zu kämpfen. So wurden sie selbst einen radikalen Teil der Bevölkerung los und konnten gleichzeitig ihren außenpolitischen Einfluss erweitern.
Waren jedoch die Sowjets wieder abgezogen, kehrten auch die "afghanischen Araber" in ihre jeweiligen Heimatländer zurück und begannen den bewaffneten Kampf gegen den Staat.
Wir werden heute Zeuge wie Schiiten als auch Sunniten aus verschiedenen muslimischen Ländern zum Dschihad nach Syrien gehen und wie sich dieser Konflikt zu einem Flächenbrand entwickelt. Auf der Strecke bleibt die syrische Bevölkerung, die kaum ein Interesse daran hat, dass das Land zum Schauplatz eines blutigen Krieges der Konfessionen wird.
Donnerstag, 9. Mai 2013
Muslime schuld am NSU?
Nachdem FAZ-Redakteur Jasper von Altenbockum vor einigen Monaten das Pogrom von Lichtenhagen dahingehend lobte, dass erst dadurch der "Weg für eine gesteuerte Einwanderungspolitik" frei gemacht wurde, erkennt er jetzt eine Mitschuld muslimischer Migranten an der Mordserie des NSU:
via neues deutschland
Warum es aber unzulässig gewesen sein soll, Sicherheitsfragen in den Vordergrund zu stellen, wie es muslimische Verbände und die SPD jetzt und schon früher kritisierten, ist angesichts des NSU-Terrors eine recht eigenartige Perspektive. Extremismus und Terror gehören zu den Gründen, warum eine Minderheit der Muslime nicht integrationswillig ist; das wiederum ist einer der Gründe für islamfeindlichen Extremismus und Terror.Muslime bringen, laut von Altenbockum, mit ihrer angeblichen, extremismusbedingten Integrationsunwilligkeit also deutsche Nazis erst dazu "Ausländer" zu morden.
via neues deutschland
Donnerstag, 14. Februar 2013
Zur Situation der Revolution in Syrien
Das Bild zeigt die von syrischen Rebellen enthauptete Statue des Dichters Abū l-ʿAlāʾ al-Maʿarrī.
Al-Maʿarrī, geboren zu spätabbasidischer Zeit in der - heute stark umkämpften syrischen Stadt Maʿarrat al-Nuʿmān, gilt als einer der größten arabischen Dichter und Prosaautoren.
Seine religionskritischen und gegenüber Dogmatismus und Aberglaube skeptischen Werke gelten religiösen Fanatikern als Ketzerei.
Ein Freigeist, der noch fast eintausend Jahre nach seinem Tod den Zorn der Fundamentalisten auf sich zieht.
Auf archive.org gibt es zwei seiner bekanntesten Werke zum Download:
ديوان سقط الزند - Seine Gedichtsammlung "Der Zunderfunke"
رسالة الغفران - Sein Prosastück "Sendschreiben der Vergebung"
Al-Maʿarrī, geboren zu spätabbasidischer Zeit in der - heute stark umkämpften syrischen Stadt Maʿarrat al-Nuʿmān, gilt als einer der größten arabischen Dichter und Prosaautoren.
Seine religionskritischen und gegenüber Dogmatismus und Aberglaube skeptischen Werke gelten religiösen Fanatikern als Ketzerei.
Ein Freigeist, der noch fast eintausend Jahre nach seinem Tod den Zorn der Fundamentalisten auf sich zieht.
Auf archive.org gibt es zwei seiner bekanntesten Werke zum Download:
ديوان سقط الزند - Seine Gedichtsammlung "Der Zunderfunke"
رسالة الغفران - Sein Prosastück "Sendschreiben der Vergebung"
Donnerstag, 17. Januar 2013
Plötzlich empört
Spiegel-Online über den Selbstmord eines russischen Asylbewerbers in den Niederlanden, der nach Russland abgeschoben werden sollte:
Tiefer liegender Grund der Meldung ist aller Wahrscheinlichkeit nach keineswegs die Empörung um den Selbstmord eines Asylbewerbers, weil dieser abgeschoben werden sollte, sondern die Möglichkeit darzustellen wie grausam das Putin-Russland sein muss, wenn sich sogar einer umbringt damit er nicht wieder in das Land zurück muss.
Der russische Regierungsgegner Alexander Dolmatow fühlte sich in Moskau nicht mehr sicher - und floh in die Niederlande. Doch sein Asylantrag wurde dort abgelehnt: Daraufhin hat sich Dolmatow in der Nacht zu Donnerstag in einem Flüchtlingsheim in Amsterdam selbst getötet, teilte die Vereinigung russischer Menschenrechtsanwälte mit. Demnach sollte "in wenigen Tagen" über einen Einspruch gegen die Ablehnung entschieden werden.Es ist schon erstaunlich, dass sich Medien wie Spiegel-Online plötzlich für den Selbstmord eines Asylbewerbers interessieren. Zwar kommt es auch hierzulande, dank nationalstaatlicher Abschiebepraxis immer wieder zu Selbstmorden von Asylbewerbern, davon Notiz nehmen jedoch - wenn überhaupt - nur Provinzzeitungen.
Tiefer liegender Grund der Meldung ist aller Wahrscheinlichkeit nach keineswegs die Empörung um den Selbstmord eines Asylbewerbers, weil dieser abgeschoben werden sollte, sondern die Möglichkeit darzustellen wie grausam das Putin-Russland sein muss, wenn sich sogar einer umbringt damit er nicht wieder in das Land zurück muss.
Dienstag, 15. Januar 2013
The Arab Mind: Poseners Völkerpsychologie
Dass es Völker, Nationen oder Religionen gibt, die nicht so denken und fühlen, irritiert uns. Und zu Recht. Die Europäer haben das Glück erfunden, und es besteht in der Langeweile. Glücklich das Land, das keine Helden nötig hat. So sah es Bertolt Brecht, der Prophet der letzten Menschen, und er hatte recht. Und doch gibt es Völker, Nationen und Religionen, die in heroischen Dimensionen denken und fühlen. Dazu gehören die Araber.
[...]
Wer das nicht begreift, versteht auch den Konflikt um Israel nicht.
Alan Posener in der Welt über Völker, Nationen und die Psyche der Araber.
Sonntag, 13. Januar 2013
Mutiger Tabubrecher
[I]ch will mit Quadfasel nicht zu hart ins Gericht gehen. Er hat es nicht leicht, denn nach der antisemitischen Internationale sieht er sich nun wieder einer bizarren Querfront gegenüber. Denn als mutiger Tabubrecher macht er sich nicht nur um die Aufklärung, die Moderne und Deutschland verdient, sondern steht auch in einer Reihe mit großen Männern wie Sarrazin und Günther Grass. Frei nach dem Motto:“Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“
Anthraxit über Lars Quadfasels Beitrag zur Rechtfertigung des antimuslimischen Rassismus in konkret 1/2013 und darüber, dass man Kritiker des Antisemitismus und trotzdem ein dreckiger Rassist sein kann.
Sonntag, 25. November 2012
Hinkend...
Condoleezza Rice in der Washington Post über Marx und den Iran:
Karl Marx once called on workers of the world to unite across national boundaries. He told them that they had more in common with each other than with the ruling classes that oppressed them in the name of nationalism. Marx exhorted workers to throw off the “false consciousness” of national identity.
Today’s Karl Marx is Iran.
Mittwoch, 10. Oktober 2012
Samstag, 22. September 2012
Bewohner von Benghazi stürmen Hauptquartier der Salafisten
Riesig war der Demonstrationszug gestern im libyschen Benghazi, elf Tage nach wütenden Protesten und der Erstürmung der US-Botschaft anlässlich eines Trash-Movies über Personen mit Bärten und langen Gewändern.
Warum über diesen gestrigen "Muslim Rage" Mob jedoch heute nur vereinzelt in den Zeitungen berichtet wird liegt wohl daran, dass nicht gegen irgendwelche "Beleidigungen" gewaltsam vor europäischen oder amerikanischen Botschaften demonstriert wurde.
Stattdessen fand eine „Save-Bengasi-Demonstration" statt, bei der die Teilnehmer unter anderem gegen die verschiedenen Milizen der Region protestierten, die sich dort nach dem Sturz Qaddafis festgesetzt hatten. Der Zorn richtete sich vor allem auf die salafistisch-dschihadistische Miliz "Ansar al-Shari'a" die verdächtigt wird, an der Erstürmung der US-Botschaft und der Ermordung des Botschafters Christopher Stevens beteiligt gewesen zu sein.
Das Hauptquartier der Gruppe wurde von Demonstranten umstellt, die lautstark die Auflösung der Milizen forderten. Zwar versuchten salafistische Milizionäre noch mit Schusswaffen und islamistischen Bannern eine Drohkulisse aufzubauen, als sich jedoch trotzdem immer mehr Menschen der Demonstration anschlossen, mussten die Salafisten weichen. Das Hauptquartier wurde schließlich von der Bevölkerung gestürmt, in Brand gesetzt und anschließend von der Polizei übernommen.
Einer der Demonstranten erklärte in Bezug auf die Salafisten, dass er es leid sei von bewaffneten Männern in afghanischer Kleidung in den Straßen angehalten zu werden und Befehle zu erhalten.
Karim el-Gawhary schrieb dazu auf Twitter, dass es kaum überbewertet werden könne, dass die Bevölkerung zum ersten Mal in Eigenregie mit militanten Salafisten aufgeräumt habe.
Es ist interessant zu sehen, wann in den hiesigen Medien über Demonstrationen von wütenden Muslimen berichtet wird. Die Erstürmung eines salafistischen Unterschlupfs durch die Bevölkerung scheint jedenfalls nicht besonders erwähnenswert zu sein.
In Kairo, wo man weitere Ausschreitungen nach dem Freitagsgebet befürchtete, blieb es dagegen vollkommen ruhig. Lediglich ein müdes Häuflein von 20 Personen fand sich vor der französischen Botschaft ein, um gegen den berüchtigten Abaya und Säbel-Film und Karikaturen in der Satirezeitschrift Charlie Hebdo zu demonstrieren. Man hat andere Probleme.
Warum über diesen gestrigen "Muslim Rage" Mob jedoch heute nur vereinzelt in den Zeitungen berichtet wird liegt wohl daran, dass nicht gegen irgendwelche "Beleidigungen" gewaltsam vor europäischen oder amerikanischen Botschaften demonstriert wurde.
Stattdessen fand eine „Save-Bengasi-Demonstration" statt, bei der die Teilnehmer unter anderem gegen die verschiedenen Milizen der Region protestierten, die sich dort nach dem Sturz Qaddafis festgesetzt hatten. Der Zorn richtete sich vor allem auf die salafistisch-dschihadistische Miliz "Ansar al-Shari'a" die verdächtigt wird, an der Erstürmung der US-Botschaft und der Ermordung des Botschafters Christopher Stevens beteiligt gewesen zu sein.
Das Hauptquartier der Gruppe wurde von Demonstranten umstellt, die lautstark die Auflösung der Milizen forderten. Zwar versuchten salafistische Milizionäre noch mit Schusswaffen und islamistischen Bannern eine Drohkulisse aufzubauen, als sich jedoch trotzdem immer mehr Menschen der Demonstration anschlossen, mussten die Salafisten weichen. Das Hauptquartier wurde schließlich von der Bevölkerung gestürmt, in Brand gesetzt und anschließend von der Polizei übernommen.
Einer der Demonstranten erklärte in Bezug auf die Salafisten, dass er es leid sei von bewaffneten Männern in afghanischer Kleidung in den Straßen angehalten zu werden und Befehle zu erhalten.
Karim el-Gawhary schrieb dazu auf Twitter, dass es kaum überbewertet werden könne, dass die Bevölkerung zum ersten Mal in Eigenregie mit militanten Salafisten aufgeräumt habe.
Es ist interessant zu sehen, wann in den hiesigen Medien über Demonstrationen von wütenden Muslimen berichtet wird. Die Erstürmung eines salafistischen Unterschlupfs durch die Bevölkerung scheint jedenfalls nicht besonders erwähnenswert zu sein.
In Kairo, wo man weitere Ausschreitungen nach dem Freitagsgebet befürchtete, blieb es dagegen vollkommen ruhig. Lediglich ein müdes Häuflein von 20 Personen fand sich vor der französischen Botschaft ein, um gegen den berüchtigten Abaya und Säbel-Film und Karikaturen in der Satirezeitschrift Charlie Hebdo zu demonstrieren. Man hat andere Probleme.
Montag, 10. September 2012
Griechenland: Angriff auf Migranten und Migrantinnen
Angriff von Mitgliedern der griechischen Neonazi-Partei Chrysi Avgi auf Marktstände von Migranten und Migrantinnen.
Irak nach dem "Regime change" III
Die verlustreichsten Anschläge seit Abzug der US-Truppen aus dem Irak im Dezember 2011:
Aber deutsche Neocons betrachten den "Regime change" im Irak ja als großen Sieg (für wen eigentlich?) und würden lieber heute als morgen ähnliches im Iran und in Syrien durchziehen.
—Sept. 9: Insurgents kill at least 82 people in a wave of attacks, gunning down soldiers at an army post and bombing police recruits waiting in line to apply for jobs.
— Aug. 16: A blistering string of bombings and shootings across the country kill at least 93 people and wounded many more in a deadly show of force aimed at undermining the government's authority.
— July 23: Attacks aimed largely at security forces kill 115 people in what was the country's deadliest single day in two years.
— July 3: Bombs pound six cities and towns, killing some 40 people and raising suspicion that security forces may be assisting attacks on Shiite Muslims.
— June 28: Bombings and shootings take the lives of 22 people in attacks in Shiite neighborhoods and on security forces.
— June 16: Two car bombs kill at least 26 people in the capital on the final day of the Shiite pilgrimage.
—June 13: Car bombs strike Shiite pilgrims in several cities, killing 72 people in 16 separate explosions targeting an annual pilgrimage.
—...Und so weiter, und so weiter....
Aber deutsche Neocons betrachten den "Regime change" im Irak ja als großen Sieg (für wen eigentlich?) und würden lieber heute als morgen ähnliches im Iran und in Syrien durchziehen.
Donnerstag, 30. August 2012
Irak nach dem "Regime change" II
Jörg Kronauer in der neuen Konkret über die Opfer des Irak-Krieges:
Solche Zahlen dürften zynische deutsche Neocons wie den Osten-Sacken dagegen kaum beeindrucken. Er schwärmte ganz unkritisch von der Inspiration der Neocons und trauert ihnen in Post-Bush Zeiten wehmütig hinterher:
Diese verschobene Wahrnehmung hängt vielleicht damit zusammen, dass seit dem Abzug der US-Truppen westliche Medien kaum noch die täglichen Gewalttaten im Irak melden, während die arabischen Zeitungen hingegen regelmäßig von Anschlägen und Attentaten berichten.
Der "Regime change" wird dennoch von Leuten wie dem Osten-Sacken gefeiert, ungeachtet der Tatsache, dass sich der Krieg zwar nicht ausschließlich durch, aber doch auch als Resultat der US-Politik zu einem Flächenbrand entwickelte und den Irak in einen grausamen Bürgerkrieg zog. Desaströs wirkten sich die Analysen der Neocons aus, die die Baʿth-Partei kurzerhand für ein rein sunnitisches Projekt erklärten, dadurch Öl ins Feuer der konfessionellen Spannungen gossen und das Land an den Linien von (tatsächlichen oder zugewiesenen) Glaubensbekenntnissen spalteten.
Ich betrachte den Irak-Krieg nicht einseitig als richtig oder falsch und behaupte auch nicht, der US-Regierung sei es um das Öl gegangen, aber es zeugt von unglaublicher Arroganz, wenn nun Deutsche vollkommen unkritisch den Krieg im Irak - den sie euphemistisch "Regime change" nennen, so als ob es nur das gewesen wäre - bejubeln und als vollen Erfolg abfeiern.
Kürzlich sprach ich mit einem Iraker aus schiitisch-sunnitischem Elternhaus. Er selbst war wenig religiös, sah sich jedoch als Schiit. Auch seine Familie hatte unter Saddam leiden müssen aber dennoch beklagte er sich über die katastrophalen Auswirkungen des Krieges. Plötzlich sei es wichtig, ja sogar lebenswichtig geworden der richtigen Konfession anzugehören. Interkonfessionelle Ehen wurden undenkbar. Die desolate Sicherheitslage trieb schließlich diejenigen aus dem Land, die sich eine Flucht leisten konnten. Am Ende trauerte er, der sich als Schiit betrachtete, dem Irak unter Saddam Hussein hinterher.
Was die betroffenen Iraker denken mag deutschen Neocons egal sein. Der Herrschaft Saddam Husseins hinterherzutrauern ist sicherlich auch kein fortschrittlicher Akt. Aber man kann festhalten, dass nun einmal viele Iraker die "abenteuerlichen strategischen Überlegungen" der Neocons nicht ganz so euphorisch sehen wie deutsche Neocons. Dies zeigt auch ein Bild, das unter Irakern auf Facebook zirkulierte.
»The Lancet« kam jedenfalls zu dem Schluß, daß mehr als 650.000 Menschen heute noch leben könnten, hätte der Westen den Krieg unterlassen. Stimmen diese Annahmen, dann hat der Krieg die Bevölkerung des Irak um 2,5 Prozent dezimiert.
Solche Zahlen dürften zynische deutsche Neocons wie den Osten-Sacken dagegen kaum beeindrucken. Er schwärmte ganz unkritisch von der Inspiration der Neocons und trauert ihnen in Post-Bush Zeiten wehmütig hinterher:
Während ihre erklärten Gegner - sowohl in den USA als auch Europa- in den Jahren nach 9/11 keine einzige eigene Idee entwickelten, was mit dem in Stagnation darniederliegenden Nahen Osten geschehen sollte und ihm deshalb “more of the same” verordneten, mögen die strategischen Überlegungen der Neocons abenteurlich geklungen haben. Die Ereignisse aber geben ihnen Recht. Ach, wenn es nach ihnen gegangen wäre, das nur so zur Erinnerung, dann hätten sowohl in Syrien wie dem Iran längst Regime Changes stattgefunden.Wenn man sich aber den Irak anschaut wie er heute aussieht und was er in der langen Kriegs- und Bürgerkriegsphase durchleben musste, dann kann kein Mensch von Verstand solche Lobeshymnen anstimmen.
Diese verschobene Wahrnehmung hängt vielleicht damit zusammen, dass seit dem Abzug der US-Truppen westliche Medien kaum noch die täglichen Gewalttaten im Irak melden, während die arabischen Zeitungen hingegen regelmäßig von Anschlägen und Attentaten berichten.
Der "Regime change" wird dennoch von Leuten wie dem Osten-Sacken gefeiert, ungeachtet der Tatsache, dass sich der Krieg zwar nicht ausschließlich durch, aber doch auch als Resultat der US-Politik zu einem Flächenbrand entwickelte und den Irak in einen grausamen Bürgerkrieg zog. Desaströs wirkten sich die Analysen der Neocons aus, die die Baʿth-Partei kurzerhand für ein rein sunnitisches Projekt erklärten, dadurch Öl ins Feuer der konfessionellen Spannungen gossen und das Land an den Linien von (tatsächlichen oder zugewiesenen) Glaubensbekenntnissen spalteten.
Ich betrachte den Irak-Krieg nicht einseitig als richtig oder falsch und behaupte auch nicht, der US-Regierung sei es um das Öl gegangen, aber es zeugt von unglaublicher Arroganz, wenn nun Deutsche vollkommen unkritisch den Krieg im Irak - den sie euphemistisch "Regime change" nennen, so als ob es nur das gewesen wäre - bejubeln und als vollen Erfolg abfeiern.
Kürzlich sprach ich mit einem Iraker aus schiitisch-sunnitischem Elternhaus. Er selbst war wenig religiös, sah sich jedoch als Schiit. Auch seine Familie hatte unter Saddam leiden müssen aber dennoch beklagte er sich über die katastrophalen Auswirkungen des Krieges. Plötzlich sei es wichtig, ja sogar lebenswichtig geworden der richtigen Konfession anzugehören. Interkonfessionelle Ehen wurden undenkbar. Die desolate Sicherheitslage trieb schließlich diejenigen aus dem Land, die sich eine Flucht leisten konnten. Am Ende trauerte er, der sich als Schiit betrachtete, dem Irak unter Saddam Hussein hinterher.
Was die betroffenen Iraker denken mag deutschen Neocons egal sein. Der Herrschaft Saddam Husseins hinterherzutrauern ist sicherlich auch kein fortschrittlicher Akt. Aber man kann festhalten, dass nun einmal viele Iraker die "abenteuerlichen strategischen Überlegungen" der Neocons nicht ganz so euphorisch sehen wie deutsche Neocons. Dies zeigt auch ein Bild, das unter Irakern auf Facebook zirkulierte.
Ja, es ist gut dass Saddam weg ist. Daraus folgt aber noch lange nicht, dass der gesamte Krieg ein voller Erfolg war, auf dessen Nachahmung in Syrien und Iran nun die kriegsgeilste Fraktion der deutschen Linken drängt.
Dienstag, 28. August 2012
Irak nach dem "Regime change"
Iraq has executed 21 people convicted of terror-related charges, including three women, on the same day, a justice ministry spokesman said on Tuesday.
Sonntag, 26. August 2012
Mit Gauck gegen Links und Rechts
Auch bei der Welt ist die Botschaft der Rede Gaucks in Rostock angekommen:
Zum Dank zeigten die pflichtbewussten, extremismuskritischen Bürger und Kinder von "Daddy Deutschland Gauck" (Berliner Kurier), wie man einem rassistischen Pogrom angemessen gedenkt und zerrissen das "Rassismus tötet" Transparent der Antifaschisten.
(Was ein ekliger Tag trotz dem schönen Regenwetter....)
Auch den Linksextremen widmet er eine paar Worte: "Wir sehen gerade wieder, wie wichtig es ist, zusammenzustehen", geht Gauck sie ein. Später lobt er das Engagement von Vereinen und Initiativen in Rostock, und ruft den "verwirrten Menschen", die das Gedenken stören, zu: "Wir werden immer mehr sein als ihr!" Dass ihn Linksextreme unterbrachen, dürfte Gauck in seiner Sicht bestätigen, wonach das politische Spektrum ein Kreis ist, wo ganz Rechte und ganz Linke näher bei einander agieren, als sie suggerieren.Diese "Linksextremen" störten berechtigterweise das bürgerliche Gedenken, so wie sie die einzigen waren, die damals dem Hass der deutschen Bürger entgegenstanden, der sich gegen die Menschen im Sonnenblumenhaus entlud.
Zum Dank zeigten die pflichtbewussten, extremismuskritischen Bürger und Kinder von "Daddy Deutschland Gauck" (Berliner Kurier), wie man einem rassistischen Pogrom angemessen gedenkt und zerrissen das "Rassismus tötet" Transparent der Antifaschisten.
(Was ein ekliger Tag trotz dem schönen Regenwetter....)
Pflichtbewusst und gastfreundlich
Hannes Stein erklärt in der Welt, ganz ohne Ironie genau 20 Jahre nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen (jedoch aus anderem Anlass), warum die Deutschen stolz sein können auf ihr Land. In Deutschland gebe es nämlich eine unabhängige Justiz, Menschen, die "still und beharrlich ihre graue Pflicht erledigen" und eine gastfreundliche Demokratie. Na, wenn das so ist...
Ungesteuerte Einwanderung?
Fazke Jasper von Altenbockum schreibt:
Erst dann, nach jahrelangem Streit, war es möglich, neue rechtliche Möglichkeiten für eine gesteuerte Einwanderung zu schaffen.Frage dazu: wann gab es denn diese implizierte "ungesteuerte Einwanderung" in Schland, mit offenen Grenzen für alle und jeden? Das ist doch auch eines dieser Neonazi-Märchen.
Der jubelnde Mob von Lichtenhagen
Ursprünglich lautete ein Satz aus dem Artikel des Pogrombejublers von der FAZ, Jasper von Altenbockum: Der Terror brachte manchen Sozialromantiker zur Besinnung und machte den Weg für eine gesteuerte Einwanderungspolitik frei.
Sie "machten den Weg frei", Jasper von Altenbockum dankt.
"Permission to Engage"
Al-Jazeera English hat eine erschreckende und berührende Dokumentation über die Ereignisse eines US-Luftangriffes in Bagdad produziert. Im Jahr 2007 wurde dort eine Gruppe von angeblichen "Insurgents" durch die Besatzung eines Apache Helikopters getötet. Unter den Opfern des Angriffs befanden sich jedoch vor allem Zivilisten (darunter Journalisten und Anwohner, die den Verletzten zur Hilfe eilten).
Ein von der Bordkamera des Helikopters aufgezeichnetes Video des Geschehens wurde im Jahr 2010 von Wikileaks veröffentlicht und gelangte unter dem Titel Collateral Murder zu größerer Bekanntheit.
Ein von der Bordkamera des Helikopters aufgezeichnetes Video des Geschehens wurde im Jahr 2010 von Wikileaks veröffentlicht und gelangte unter dem Titel Collateral Murder zu größerer Bekanntheit.
Samstag, 25. August 2012
Die FAZ über die positiven Seiten des Pogroms von Lichtenhagen
Erst „Lichtenhagen“ brachte manche dieser Sozialalchimisten zur Besinnung. Erst der „Asylkompromiss“ des Jahres 1993, erst die Änderung des Grundgesetzes und erst die Regulierung der bis dato mehr oder weniger schrankenlosen Einwanderung haben es möglich gemacht, in die Nähe eines gesellschaftlichen Konsenses über Rechte und Pflichten in einem Einwanderungsland zu kommen – ja, erst einmal darüber, ob Deutschland überhaupt ein Einwanderungsland ist oder nicht.
Erst dann, nach jahrelangem Streit, war es möglich, neue rechtliche Möglichkeiten für eine gesteuerte Einwanderung zu schaffen. Mit den Folgen einer Integrationspolitik, die ignorierte, dass Einwanderung nicht in ein Paradies aus Rechten, Freiheiten und Selbstverwirklichung führt, sondern nur gelingt, wenn Pflichten und Gemeinsinn im Mittelpunkt stehen, hat Deutschland bis heute zu kämpfen.
Und wieder: freies Land für freie Nazis.
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